Hallo werter Besucher. Schön, dass du hergefunden hast. Leider wird dieses Webblog nicht mehr aktualisiert. Aber keine Bange. Denn NEIN JA ERLEDIGT LOS ist nur umgezogen. Und zwar hierhin!

Doom, Doom, Doom, Doom!

Ein historischer Moment! Seit heute, den 31. August 2011, ist »Doom« nach insgesamt 17 Jahren gemeinsam mit seinem Nachfolger »Doom 2: Hell on Earth« von der Liste der Liste jugendgefährdender Medien, dem sogenannten Index, gestrichen. Zenimax, der neue Besitzer von id Software und Eigner von Publisher Bethesda, hatte einen Antrag auf eine Neuprüfung gestellt.

Bei der kam das zwölfköpfige Gremium zu dem Urteil, dass die Gewaltdarstellung und das unvermeidliche Töten von Gegnern »auch aus jetziger Sicht weiterhin bedenklich« ist. Doch auch, dass der Shooter aufgrund der nicht mehr zeitgemäßen Grafik und dem realitätsfernen Szenario nicht länger »den Grad einer Jugendgefährdung« erreicht. Also: dass sich Technik und Grafik weiterentwickelt haben. Und dass das damalige Verständnis von Brutalität nicht mehr mit dem heutigen zu vergleichen sei; heutige Jugendliche sind weitaus derberes gewohnt. Gleichzeitig hat das Gremium den historischen Wert des Spiels gewürdigt, der Wegbereiter für so ziemlich jeden Ego-Shooter ist, der danach kam.

Den durchaus lesenswerten aber auch trocknen Prüfbericht gibt's hier.

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Kurz zu Tim Schafer und Double Fine

Tim Schafer ist ein fantastischer Kerl und ein großartiger Spiele-Designer. Mittlerweile hab ich mehrmals das Glück gehabt, mich mit ihm zu unterhalten. Zuletzt hab ich nach der Sony-Pressekonferenz im Vorlauf der E3 2011 ein paar Bier mit ihm gekippt, wo er mir etwas über seine Vorliebe für Heavy Metal, Jägermeister und die Anfänge von Double Fine erzählte – etwa, dass er und seine Mitstreiter sich zu Beginn in einem Lagerraum einmieteten und dort mit Wasserschäden und Eiseskälte zu kämpfen hatten, das aber hinnahmen, weil der Lagerraum 'so cool' war.

Doch war Double Fine immer ein Risiko. Denn kleine freie Studios können an jedem größeren Projekt scheitern. Publisher können das Interesse verlieren oder gleich gar kein Interesse zeigen, das Game kann sich verdammt schlecht verkaufen, was Auftraggeber und Investoren abschreckt, oder die Entwicklung wird zu teuer und das Studio bleibt teilweise oder ganz auf den Kosten sitzen. Daher hat sich Double Fine nach dem semi-genialen 'Brütal Legend' auf kleinere Games wie 'Stacking' und 'Trenched 'fixiert und entwickelt größeres wie 'Sesamstraße: Es war einmal ein Monster' – das übrigens echt zucker ist (ohne Scheiss) – parallel. Und das hat Double Fine vor dem Untergang bewahrt, wie Tim in einem Interview mit der Edge erzählt.

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Andrew Vicari

Das SZ-Magazin featured gerade ein nettes Interview mit Andrew Vicari. Wer den nicht kennt: er ist britischer Maler, der seit einigen Jahren fast ausschließlich die Reichen und Mächtigen portraitiert und dadurch steinreich wurde. Er malte Scheichs, Despoten, Aristokraten und Staatschefs - und ist damit ein Art moderner Hofmaler. Wieviel Geld er damit wirklich machte, ist nicht sicher. Doch die Sunday Times schätzte sein Vermögen 2006 auf rund 92 Millionen Pfund.

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Milliardär baut reales Rapture

Die utopische Unterwasserstadt Rapture aus dem Shooter-Rollenspielmix Bioshock wird tatsächlich Realität. Zumindest ansatzweise: Peter Thiel, der Milliardär und Gründer von PayPal, plant mit dem Seasteading Institute (gegründet von dem Ökonom und Software-Entwickler Patri Friedman und Wayne Gramlich) vor der Küste San Franciscos eine Kolonie zu gründen. Die soll in internationalen Gewässern auf Bohrinsel-Plattformen und Pontons entstehen und damit vollkommen eigenständig und rechtlich unabhängig sein. Das Institut selbst wirbt mit der Idee um Geldgeber, es gebe „den Menschen die Freiheit, die Regierung zu wählen, die sie wollen, statt mit Regierung leben die müssen, die ihnen aufgebürdet wird.“

Und: ja, das klingt nach einem fantastischen Experiment; einem das gewagt werden sollte. Eine frische, neue Welt, unbeeinflusst von Regierungen und festgefahrenen Systemen und ausgestattet mit Geld und klugen Köpfen. Denn jene wären es wohl, die das sogenannte „Startup Country“ als erste besiedeln würde: Reiche und Denker. Die Idee, die hinter Seasteading steht, das ist die Philosophie des Objektivismus von Ayn Rand. Und der fasst sich stringent und gnadenlos zusammen: ein Staat sollte klein und minimalistisch gehalten werden, jeder ist sich selbst der Nächste und wenn jemand etwas für sich tut, dann ist das gut für die Allgemeinheit.

Drei objektivistische Leitwerte sind: Vernunft, Zielorientiertheit und Selbstwertgefühl.
Dennoch stellt der Objektivismus keine egoistische Philosophie dar, sondern sagt: wer darauf aus ist, für sich etwas Gutes zu schaffen, würde dadurch auch anderen nutzen. Und wenn jeder das gleiche anstreben würde, würde sich ein Gesellschaft ergeben, die sich mit Leichtigkeit selbst tragen würde.

Das Resultat für die Kolonie?
Mr Thiel and his colleagues say their ocean state would have no welfare, looser building codes, no minimum wage, and few restrictions on weapons.
Noch nächstes Jahr soll ein schwimmender Prototyp, quasi eine erste Büro-Parzelle, aus dem Hafen von San Francisco ins offene Meer zum zukünftigen Siedlungspunkt starten. Später sollen dann Wohlblöcke folgen, die um die 270 Leute fassen. Und bis 250 soll das neue Land schon Millionen Einwohner haben. Für hat Thiel noch noch etwas mehr über seine Pläne erzählt und einige weitere Facette angesprochen, wie er sich seine schwimmende Nation so vorstellt.

So genial und faszinierend ich die Idee finde: wer Bioshock kennt, der weiß, was mit Ratpure geschah. Diese fantastische Idee eines Utopia unter Wasser. Wie das Projekt von Thiel und Seasteading sollte es frei von Grenzen und Beschränkungen sein. Eine Burg für Freidenker und Futuristen. Doch stürzte es ins Chaos und die Anarchie, zerfleischte sich, bis nur noch Wahnsinn und Zerstörung übrig blieb. Ob's mit dem Startup Country ebenso kommt? Ich hoffe nicht. Denn es wäre zu schön zu sehen, wenn all das tatsächlich funktioniert und wir dem wahren Utopia einen Schritt näher kämen.

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The Cosmonaut

CC SA by riotcinema
Ich freue mich riesig auf Iron Sky. Diesen crowd-funded Film aus Finnland über Nazis auf dem Mond, die Jahrzehnte später mit ihren Nazi-Ufos, Haunebus und Was-die-Nazi-Mythologie-noch-hergibt für einen Rachefeldzug an der Menschheit zur Erde zurückkommen. Großartig platter Plot und ein schräges Setting, das in den bisherigen Bewegt- und Still-Bildern einfach fantastisch rüber kommt.

Bei etwas Nachstöbern über das Projekt und was es vergleichbares gibt, bin ich dann auch tatsächlich noch über ein weiteres crowd-funded Filmchen, das echt Potential hat: The Cosmonaut. Dieser spanische Science-Fiction-Streifen von Nicolas Alcala war ursprünglich als Kurzfilm angesetzt, wird seit 2009 eben über Crowd-Funding als Film in Volllänge produziert – wofür sich einiges interessante Unterstützer gefunden haben: etwa Richard „Lord British“ Garriott, das Luft- und Raumfahrt Museum Spanien und der russische Kosmonaut Boris Valentinovich Volynov. Schaut man sich den Plot an, dann verwundern die Unterstützer nicht mehr so sehr. Denn The Cosmonaut ist ein mystisches Weltraummärchen, das etwas an die crowd-funded Serie Pioneer One erinnert.

Im Jahr 1975 landet der erste russische Kosmonaut auf dem Mond. Seine Rückkehr scheint unmöglich, weshalb er als verschollen und tot abgeschrieben wird. Doch dann geistern gespenstische Funksprüche durch den Äther, in denen des Kosmonauten Stimme behauptet, er sei zurück auf der Erde und habe diese komplett leer und verlassen vorgefunden.
Klingt faszinierend. Leider ist noch nicht sicher, wann die Produktion abgeschlossen sein wird.


Pic CC by riotcinema

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