Hallo werter Besucher. Schön, dass du hergefunden hast. Leider wird dieses Webblog nicht mehr aktualisiert. Aber keine Bange. Denn NEIN JA ERLEDIGT LOS ist nur umgezogen. Und zwar hierhin!

Elysium und der Mangel von Tiefe

Ich möchte nicht sagen, dass ich enttäuscht war. Das träfe einfach nicht das Gefühl, das mich einnahm, als ich Neill Blomkamps Elysium über die Leinwand flimmern sah. Vielmehr war es eine bizarre Mischung aus enttäuschter Erwartung und dem offensichtlichen Fakt, dass ich dennoch unterhalten wurde. Denn was hatte ich nicht alles von Elysium erwartet: eine Science-Fiction-Ballade rund um den Klassenkampf, die Separation von Arm und Reich, Rebellentum, die Macht der Technologie und ihre gleichzeitig Verletzbarkeit.

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Ein Gespräch mit Éric Chahi

Witzig, tiefsinnig und einfach total nett: das ist Éric Chahi. Er ist neben Michel „Rayman Papa“ Ancel wohl der bekannteste französische Spiele-Designer. Und das obwohl er in all seinen Schaffensjahren nur drei Games entwickelt hat – und viele lediglich eines davon unmittelbar mit seinem Namen verknüpfen. Nämlich: Another World. Ein – wenn gekonnt gespielt – nicht mal 30 Minuten langes Jump'n'Run mit Rätsel-Einlagen, das aber die Welt der Videospiele so nachhaltig prägte, wie es sonst wohl nur Doom, Half-Life, Super Mario und Zelda. Denn Another World war cineastisch, zeichnete Szenen wie man sie nur aus Filmen kannte, zeigte bis dato unbekannte Blickwinkel, demonstrierte die Macht von geskripteten Szenen und erfand quasi die situationsabhängige aber intuitive Steuerung. Es war anders – und eben das Werk eines Einzelnen, der zwei Jahre seines Lebens in dieses Game steckte. Eben Éric Chahi.

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Links und Lesetipps 19. August '13

Kultur
Markus Notch Person hat sein Game-Projekt 0x10c auf Eis gelegt. Die Fans trauern nicht, sondern haben sich auf Reddit zusammen getan, um das Game unter dem Titel Project Trillek wiederzubeleben. Ein Haufen Arbeit, denn Notch hat nie ganz erklärt, worum's in 0x10c nun wirklich genau gehen soll. Jedoch sollte das Game unter anderem einen voll funktionsfähigen und programmierbaren 16-Bit-Computer emulieren, der das Raumschiff steuert, auf dem der Spieler nach einem allzu langen Cryo-Schlaf erwacht. Wie man Notch so kennt, steht er dem Projekt sicher ganz positiv gegenüber...

… und ist trotz des Todes von 0x10c weiterhin umtriebig. So hat er auf einer Games Jam den Zombie-Shooter Shambles entwickelt, der natürlich nicht ganz ohne Twist auskommt.

Ich mag den Publisher Bethesda. Nicht nur, weil ich mit dem schon in einem französischen Chateau und dem Haus einer Frankfurter Freimaue-Loge war, sondern auch, weil er Mut beweist. Mut zu neuen Marken wie Dishonored, Hunted oder auch Rage. Damit hofft der Publisher eine Art Pixar der Videospielwelt zu werden, wie Polygon so schön schreibt.

Bethesda and ZeniMax worked together to choose which studios would be the best fit to either create a new franchise under its umbrella or foster one of ZeniMax's catalog IPs. That process, Hines explained, started at a very personal level.
Warum stehen Japaner so sehr auf Riesen-Roboter? Das versucht Matt Alt in der Japan Times zu erklären.

Im September will sich Yahoo ein neues Logo verpassen. Bis dieses enthüllt wird, wird Yahoo auf seinen Seiten über 30 Tage hinweg Logo-Redesigns „durchprobieren“, um dem alten Logo Ehre zu erweisen. Da ist bisher durchaus das ein oder andere nette Logo dabei.

Photographie
Frank W. Ockenfels III ist Photograph – und zwar jener, der die Charaktere aus den fabelhaften Serien Breaking Bad, Walking Dead und Mad Men für Promos und Plakate ablichtet. Pop Photo hat mal mit ihm gesprochen.

Der neue Ikea-Katalog kommt quasi mit einer Augmented-Reality-App daher, die's erlaubt via Katalog alle möglichen Möbel virtuell in die eigene Wohnung zu stellen. Verdammt cool.

Architektur
Sehr schön zum durchklicken: die Wikipedia-Liste der Nationaldenkmäler der USA.

Gesellschaft
Die aktuelle Ausgabe von Brand Eins – eines der mit Abstand großartigsten Magazine in Deutschland – beschädigt sich mit der Privatsphäre. Einige der Artikel gibt’s online. Darunter der über's Öffentliche Schweigen, das Verbloggen vom Privatem, die Privatheit und das Wohnen im Glashaus.

Politik
Pofalla hat die Spionage-Debatte für beendet erklärt – und das mit Begründungen, die keine waren und Aussagen, die man getrost als blödsinnig bezeichnen kann. Das schlimme: viele Medien griffen diese Quatsch auf und folgten der Aussage Pofallas.

Das deutsche Finanzministerium hat Bitcoins als Rechnungseinheit anerkannt. Heißt: wer's benutzt und bekommt muss eigentlich Umsatzsteuer abdrücken.

Angela Merkel hat eine neue Website. Die find' ich nicht so…

Michael Grunwald, Senior National Correspondent des Time Magazine, schrieb, er könne es kaum erwarten, einen Artikel über den Tod von Julian Assange zu schreiben. Genauer: einen Darüber, wie der Wiki-Leaks-Gründer von einer Drohne getötet werde. Ziemlich … unschön.

Und so
In Moskau verhalten sich gerade viele Tauben merkwürdig. Und zwar so merkwürdig, dass schon von Zombie-Tauben die Rede ist: sie laufen im Kreis, schlagen ihren Kopf gegen den Boden und haben weder vor Menschen noch heran rasenden Autos Angst.

Zitat
Jeder Fehler erscheint unglaublich dumm, wenn andere ihn begehen. - Georg Lichtenberg

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Der Violinist von München

In all den Jahren, die ich in München wohne, habe ich ihnen schon dutzende Male zugehört: den Jungs der Musikgruppe Konnexion Balkon. Immer wieder spielt die Violine-Bass-Klavier- und manchmal auch Schifferklavierkombo in den Straßen der bayrischen Hauptstadt – auf dem Odeonsplatz vor der Feldherrenhalle, am Kaufhof am Marienplatz oder dem Kaufhaus Hirme und C&A nahe der Frauenkirche. Und immer sind sie von einer dichten Menschentraube umschlossen, wenn sie Mozart, Bach, Vivaldi, Rossini oder auch Run DMC und Tom Jones ihre Ehre erweisen. Nicht verwunderlich, sind sie doch einfach verdammt gut darin, die klassischen Stücke auf eine moderne, flotte und einfach coole Weise interpretieren und den modernen Hits eine klassische Kammerspielnote aufdrücken. Sie gehören zu München, wie das Hofbräuhaus ans Platzl.

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Links und Lesetipps 12. August '13

Kultur
Die einstige Auto-Stadt Detroit ist pleite und geht vor die Hunde. In ganzen Straßenzügen sind teils nur einzelne Häuser bewohnt; wer die Polizei ruft, der muss bis zu 50 Minuten auf einen Beamten warten; Feuerwehrhäuser stehen leer, Gerichtssäle und Schulen sind geschlossen. Der Photograph Philip Jarmain hat sich aufgemacht, diesen Verfall zu dokumentieren und hat eine großartige Galerie des sterbenden Detroit angelegt. Wired hat ihn dazu befragt.

Vor einiger Zeit ist die QuakeCon 2013 zu Ende gegangen. Viel war dort zu sehen und zu hören: von John Carmack, zu Evil Within und einigem mehr. Nur Doom 4 war wieder nicht präsent. Schon über die letzten Jahre gab's Gerüchte, dass das epische Werk nur schleppend vorangeht, es Probleme gibt und das Projekt 2011 einen Komplettneustart durchmachte. Doch, wie Tim Willits von id sagt, gehe es jetzt voran. Doom 4 sei das einzige bei id Soft, auf dem gerade der Fokus liegt.

But again, like we said, now we’re streamlined. It’s difficult for developers to always have to make demos, go to events and shows, and at the end of the day, a great launch is important for a game, but a great game is important for succe

Photograph François Brunelle photographiert Menschen, die aussehen wie Brüder, Schwestern oder sogar eineiige Zwillinge, aber absolut nicht verwandt sind. Eine faszinierende Photoserie.

Der Photograph Lori Nix hingegen baut und photographierte detaillierte Dioramen, die Szenen der Welt nach der Apokalypse zeigen. Wunderschön und sicher eine heiden Arbeit!

Das Smithsonian Mag hat einen länglichen Artikel über die Geschichte Bösen Clowns – und woher die kommt.
“Mischief” is one thing; homicidal urges is certainly another. What’s changed about clowns is how that darkness is manifest, argued Andrew McConnell Stott, Dean of Undergraduate Education and an English professor at the University of Buffalo, SUNY.
Das Los Angles County Museum of Art führte im Juni eine Kubrick-Ausstellung durch. Minimallyminimal hat eine kleine Galerie dazu.

Jeff Bezos, der Chef von Amazon, kauft für 250 Millionen US-Dollar die Washington Post Company. Allerdings nicht im als Amazon-Chef, sondern als Privatperson. Was Bezos jetzt mit der Firma und deren Zeitungen vor hat, das wird sich noch zeigen.

Der Künstler Nobutaka Aozaki bastelt aus von Passanten gezeichneten Wegbeschreibungen eine Karte New York Citys.
The artist himself isn't a tourist, but to complete the act he dresses up with a bright blue "New York" baseball cap and a shopping bag from department store (and tourist mecca) Century 21. Aozaki tells Spoon & Tamago that "Most people just pull out their smartphone and try to show me a map. When this happens I tell them, 'I’ll [forget] so please draw me directions!'" The piece is far from complete, but Aozaki explains that he doesn't necessarily intend to make the map comprehensive.
Architektur
Woran sollte man als erstes Denken, wenn man ein Hochhaus baut? Genau, wie die Leute da in ihre Wohnungen kommen. Das haben die Architekten eines Luxus-Wolkenkratzers im spanischen Benidorm aber vergessen und doch glatt verpeilt, ab dem 20ten Stock Aufzüge für die kommenden 27 Etagen einzuplanen: ab da heißt's Treppensteigen. Zu Gute halten muss man den Planern jedoch, dass der Bau direkt in die Wirtschaftskrise rutschte und es dabei zwischen Architekten und Auftraggebern hin und her ging. Dennoch … dass das keinem aufgefallen ist?!

Gesellschaft
Gary England ist der Wettergott. Seit 1972 war er Meteorologe bei Channel 9 in Oklahoma City und damit eine der wichtigsten Personen des Bundesstaates. Denn er war es, der die Bewohner des Tornado Alley über 30 Jahren vor den vernichtenden Kräften der Natur bewahrte. Über 2.000 Tornados hat er gemeldet. Viele sogar, bevor sie der National Weather Service es tat. Hierdurch wurde England über die Jahre zur Kultfigur in Oklahoma – er ist dort bekannt wie Micky Mouse oder Ronald McDonald. Jeder kennt ihn. Doch nun dankt er ab, geht in Rente. Die New York Times hat deshalb ein herzliches Portrait dieses Mannes.

Politik
In Deutschland würde sich dies wohl kein hochrangiger Politiker trauen – oder trauen können: Ministerpräsident Jens Stoltenberg fuhr mehr oder minder inkognito als Taxifahrer durch Oslo und plauderte mit seinen Fahrgästen. Dabei bekam er tatäschlich einige bodenständige Meinungen zu hören. Tolle Aktion!

Wissenschaft
Ich hab gerade auf ProSieben das erste Mal den Film Buried gesehen. Bei Popular Mechanics gibt’s einen netten Faktencheck.

Und so
Fett! Insgesamt 15 Tonnen Fett verstopften in London ein Abwasserrohr. Der Klumpen hat damit etwa die Ausmaße eines Busses!

Sawod imeni Lichatschowa – oder kurz Zil – war lange die Traditionsautomarke Russlands und hat unter anderem die Limousinen der sowjetischen Staatsführung gestellt. Jedenfalls bis … ja, bis sich Putin weigerte, eine für ihn konstruierte Limo zu nutzen, da diese zu futuristisch daherkam. Und das war sie wirklich. Prompt reagierte der russische Sportwagenhersteller Marussia und organisierte einen Designwettbewerb, der Putin ein angemessereres Fahrzeug konstruieren sollte. Die Resultate und der Gewinner gefallen durchaus.

Die Website Listen to Wikipedia generiert aus Wikipedia-Artikeln Sounds und Animationen.

Kim Schmitz Dotcom wurde von Spiegel TV interviewt. Witzig. Spiegel Online hat dazu auch einen illustren Artikel.

Zitat
Ich muss meinen Bruder anrufen! Ich muss meine Putzfrau anrufen, ich muss meinen Anwalt anrufen! Ach, vergiss das mit dem Anwalt! - Marty Gilbert, Independence Day

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Mein 300ter Post für Andy Warhol

Heute wäre Andy Warhol 85 Jahre alt geworden. Doch leider ist er schon am 22. Februar 1987 von uns gegangen. Viel zu früh, wenn man mich fragt, denn ich habe ein Faible für den Siebdruckkünstler und Perückenträger. Geboren unter dem Namen Andrej Warhola war er arm, kränklich und geplagt von Selbstzweifeln. Alles, was er stets wollte, war es, berühmt zu sein, reich und beliebt. Er wagte einst den Schritt, ohne eine Absicherung nach New York zu gehen und sich dort zu verwirklichen – auch, wenn er damit auf die Schnauze hätte fallen können. Mit seiner Kunst hielt er der amerikanischen Kultur den Spiegel vor, wagte es, Alltagsgegenstände als Kunst zu verkaufen, die Medien und Presse zu trollen und vollkommen abzudrehen. Dabei schaffte er es, die Kunstwelt, die Kultur und Popkultur so stark zu prägen, wie sonst keiner. Er prägte den Begriff des Superstar. Er hatte die Idee von den 15 Minuten Ruhm, die jeder erreichen kann. Er ist der Künstler, der selbst in Filmen von Woody Allen oder gar in Zack Snyders Watchmen auftaucht.

Andy, du warst ein echt krasser Typ! Daher und wegen des 85ten Geburtstags von Andy streamt das Warhol Museum dessen Grab durchgehend für eine Woche. Dabei ist schön zu sehen, wie das Grab fast nie leer und alleine steht, sondern stets Menschen Andy würdigen, Blumen bringen oder niederknien. Und … eher zufällig ist dies der 300te Posts in diesem Blog, den ich nur zu gerne Andy widme!

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