Hallo werter Besucher. Schön, dass du hergefunden hast. Leider wird dieses Webblog nicht mehr aktualisiert. Aber keine Bange. Denn NEIN JA ERLEDIGT LOS ist nur umgezogen. Und zwar hierhin!

Der Tod des Hugendubel am Marienplatz

Ich hatte es tatsächlich gelesen, als ich auf einer der Leseinseln saß und auf dem iPhone durch Twitter scrollte: die Hugendubel-Filiale am Münchner Marienplatz macht dicht. 2016 muss die legendäre Großbuchhandlung die Räume direkt gegenüber des Neuen Rathaus verlassen. Seit 1978 gibt es sie bereits dort und ist für viele eine feste Institution. Selbst oder gerade ob des boomenden Online-Buchhandels. Denn wo sonst hat man eine Möglichkeit, sich durch fünf Etagen voller Bücher zu kramen und diese ungestört in denen legendären Couchgarnituren auch gleich vor Ort zu genießen. Oder im letzten Stock mit Blick auf den Marienplatz oder den alten Peter bei Kaffee und Kuchen anzuschmöckern. 

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Links und Lesetipps 15. März '14


Design
Typeset In The Future analysiert die Schriftarten in Sci-Fi-Filmen. Aber nicht nur: eigentlich wird alles unter die Lupe genommen, was in eben jenen Filmen irgendwie geschrieben wurde.

Medien
Benedict Cumberbatch ist gerade einer der angesagtesten Stars überhaupt. Er hat Kahn in Star Trek gespielt, Smaug in Jacksons Hobbit gesprochen und verkörpert gleichzeitig den größten Detektiv aller Zeiten. Wie es dazu kommen konnte, weiß er selbst nicht ganz genau. Schließlich sehe er aus wie Sid aus Ice Age, sagt er von sich selbst. Das New York Times Mag hat ein tolles Portrait über ihn verfasst – mit Photos von Karim Sadli.

Games
Die Edge hat schon vor einiger Zeit mit Fumito Ueda über seinen Abschied von Sony und die Zukunft geredet.

Raven Softwares Singularity ist eines der Spiele, die mehr Beachtung verdient hätten. Denn dieses Game ist das perfekte Mittelmaß. Singularity hat eine nette Story, nette Spielideen, netten Spielfluss und macht im Grunde nichts falsch. Doch ist es auch weder sonderlich aufregend oder überraschend. Es ist halt total … naja … nett. Auf Polygon steht nun, wie's dazu kam. Denn Singularity war ein gebeuteltes Projekt. Nach einem Beinahe-Aus für das Projekt, wurde es mit großer Mühe und vielen Kompromissen dann doch noch fertig gestellt.

Once Singularity was released we saw an avalanche of negative comments online about how derivative certain gameplay elements were. "I hate the audio logs and explainer videos. Raven totally copied them from Bioshock!" they claimed.
Yes. Yes, we did.
We copied the idea because audio logs cheap to make, easy to set up and could fill in the gaps created by our massive rewiring of the story.
Jason de Heras hat bei Sony Santa Monica als Combat Designer an God of War 3 und God of War Ascension gearbeitet. Er hat mal aufgeschrieben, wie das so war.

Photographie
Ji Yeo aus Südkorea dokumentiert in einer Photoserie den bizarren Schönheitswahn seines Landes, in dem er frisch operierte Männer und Frauen in ihren Krankenzimmern ablichtet. Wired hat mit Ji darüber gesprochen.
As for her Beauty Recovery Room subjects, Yeo has found keeping in touch difficult. “Most of them didn’t reply to my text messages or phone calls after three to six months. It’s like they don’t want to remember, and they’re living their new life with new features,” Yeo says.
Politik
Kevin Roose vom New York Magazine hat sich mal auf einer Einführungszeremonie von Kappa Beta Phi umgesehen, einer Verbindung, der fast durchgängig nur die mächtigsten und finanzstärksten Personen der Wirtschaft und Politik angehören.
The second thing I realized was that Kappa Beta Phi was, in large part, a fear-based organization. Here were executives who had strong ideas about politics, society, and the work of their colleagues, but who would never have the courage to voice those opinions in a public setting. Their cowardice had reduced them to sniping at their perceived enemies in the form of satirical songs and sketches, among only those people who had been handpicked to share their view of the world. And the idea of a reporter making those views public had caused them to throw a mass temper tantrum.

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Medien als Ideen-, Teilhabe- und Konversationsgemeinschaften

Das New York Times Mag featured gerade ein aufschlussreiches Interview mit Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian. Darin geht es neben Snowden, Greenwald und News of the World unter anderem auch um die Frage, wie sich der Guardian, der ja neben der NYT als einer der Felsen im internationalen Printmarkt gilt, sich nun weiterentwickeln wird und soll. Hierbei spricht Rusbridger etwa an, dass Journalisten längst nicht mehr das Monopol auf Inhalte und Information haben, sondern auch unerwartete Quellen zu verdammt wichtigen Inhalten führen können.

(…) as long as the reader can see for themselves which writer is ours and which is not, then I think it’s fine. Glenn Greenwald is an interesting voice. He is not a Guardian reporter, but what he writes is interesting. If we hadn’t have hired him, we wouldn’t have gotten Edward Snowden. Small things lead to big things.
Obendrein wird Alan Rusbridger gefragt, was es mit dem Café – dem #guardiancoffee – auf sich habe, dass der Guardian im Londoner Boxpark Shoreditch eröffnet hat. In dem – leider für meinen Geschmack echt hässlichen Coffee Shop – liegen zwar Long-Reads des Guardian aus, aber Kern sind fest montierte iPads, auf denen die Seite des Guardian läuft.
We are thinking about a membership program where you pay for live access to the events that we can produce, rather than access to the journalism. We’re moving from just putting words on the paper to being the convener of conversations and discussions and ideas.
Interessante Idee. Der Guardian nicht nur als Verlag und Zeitung, sondern als eine Art Verein und Ideen-, Teilhabe- und Mediengemeinschaft. Ähnlich wie Kultur-Clubs und Salons oder den Café-Häusern des frühen 20ten Jahrhunderts, in denen sich die Öffentlichkeit zu Debatten und Ideenaustausch traf. Wieso auch nicht? In anderen Rahmen funktioniert dies System auch. Der ADAC ist ein gutes – wenn auch derzeit gebeuteltes – Beispiel. Denn in seinem Kern ist er eine Pannenhilfegemeinschaft, die sich zudem zu einer anerkannten Institution mit vielen Angeboten gemausert hat. (via DVG)

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Newsweek, Satoshi Nakamoto - Eine kurze Betrachtung

Das amerikanische Magazin Newsweek wollte für sein Comeback im Printsegment einen echten Scoop. Eine Story, die Aufsehen erregt und wahrgenommen wird. Das hat sie geschafft: in rund 4.500 zweifelsohne interessant und herrlich lapidar getexteten Zeichen behauptet die Newsweek-Autorin Leah McGrath Goodman, sie habe den Erfinder der Bitcoins enttarnt. Der Mann, der unter dem vermeintlichen Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt ist, heiße wirklich so: Dorian Prentice Satoshi Nakamoto. Ein 64-jährige Japaner und Physik-Genie mit schiefer Brille aus Los Angeles sei das Genie, das digitale und mittlerweile weltweit bekannte Parallelwährung erfand. In einem kurzen Gespräch habe Nakamoto verlauten lassen, dass er nichts mehr mit Bitcoin zu habe.

Doch der vermeintliche Bitcoin-Erfinder und angeblicher Besitzer von rund 100.000 Millionen Bitcoins bestreitet dies. Als Journalisten sein Haus belagerten, hat sich der ältere Herr einen Journalisten der AP geschnappt, sich von diesem Sushi spendieren lassen und in einem ausführlichen Interview angeben, die Newsweek-Autorin Goodman habe ihn falsch verstanden oder seine Aussagen verdreht. Dazu hat sich auch der angeblich wirklich echte Satoshi Nakamoto derweil in dem Forum zu Wort gemeldet, wo er vor rund vier Jahren mit dem selben Konto Bitcoin vorstellte und diskutierte: "I am not Dorian Nakamoto."

Eine schwierige Situation. Denn entweder lügen Dorian Prentice Satoshi Nakamoto und der Internet-Satoshi. Oder die Newsweek hat einen kapitalen Fehler gemacht, einen alte Herrn einer grotesken Aufmerksamkeitswelle und unvorhersehbaren Gefahren ausgesetzt. Denn wäre Dorian Nakamoto der Bitcoin-Erfinder, besäße er ein Vermögen in der Digitalwährung, das in etwa 400.000 Millionen US-Dollar entspräche.

Das Problem: weder die Behauptungen von Dorian Prentice Satoshi Nakamoto noch von Newsweek lassen sich 100-prozentig belegen. Niemand hat den tatsächlichen Bitcoin-Erfinder jemals gesehen oder gesprochen; Kontakt, selbst mit den Co-Erschaffern der Digitalwährung, erfolgte stets via Chat oder Email. Dorian Nakamoto bietet optisch zwar ein illusteres Bild, scheint jedoch intelligent und kann Anstellungen beim US-Militär und der Federal Aviation Admistration vorweisen.

Die Fragen scheinen derzeit also: Könnte Dorian Nakamoto der mysteriöse Satoshi Nakamoto sein? Die Antwort: Wir können es nicht mit Sicherheit be- noch widerlegen.

Und: Hat die Newsweek mit ihrer Story einen Fehler gemacht? Antwort: Offensichtlich schon. Zumindest steht die Geschichte auf einem äußerst porösen Fundament, das kräftige bröckelt. Zwar hat Goodman eine nachvollziehbare Ketten von Anekdoten und Indizien vorgelegt, aber wirkliche Beweise? Nein.

Fakt ist jedoch auch. Ob die Geschichte nun Humbug ist, oder nicht. Die Newsweek steht zu ihr. Auch hat sie dem Magazin eine gigantische Aufmerksamkeit verschafft, die den Verkaufszahlen und Website-Visits sicher zuträglich sind.

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Links und Lesetipps 1. März '14

Meine Artikel
Endlich: ein Remake zu Outcast wurde angekündigt. Ich war's, der's als einer der ersten wusste. Überdies hab ich mit Franck Sauer, Entwickler von Outcast und Co-Gründer von Daoka, ein langes Gespräch über die Entstehung von Outcast geführt, aus dem eine sehr ausführliche Retrospektive hervorging.

Erst kürzlich wurde mit einem neuen Trailer zu Wolfenstein: The New Order quasi auch Doom 4 angekündigt - wiedermal. Das war der perfekte Zeitpunkt, mal einen Blick zurück auf die Entwicklung von Doom als solches zu werfen. Dafür hab ich mal mit Tom Hall und John Romero geredet.

Technik
Ich habe keine Ahnung, als was man Wolfram Language bezeichnen soll. Es ist so etwas wie eine Datenbank, eine Sprache, eine Sammelsurium von Algorithmen und sieht verdammt nach Zukunft aus.

We call it the Wolfram Language because it is a language. But it's a new and different kind of language. It's a general-purpose knowledge-based language. That covers all forms of computing, in a new way.
Games
Peter Molyneux ist davon überzeugt, nie „sein perfektes Spiel“ entwickeln zu können, wie er Develop sagt. Er verstehe, warum so viele von seinen zweiflesohne sehr guten Games enttäuscht wären. Denn er wäre das auch. Denn was letztlich auf den Markt kommt, sei nur ein Teil dessen, was er sich in seinem Kopf ausmale.
In my mind, as a designer, whenever I’m making a game I have this perfect jewel in mind. Fable for me was this beautiful, incredible, amusing, funny, artistic, wonderful gem of a game that anyone could play, that tugged on the heartstrings and that was instantly engaging.
The gem that was in my mind has never come to be, it’s always flawed in some way. I thought Fable 1 – when you consider that it was the first game I ever did of that type – wasn’t bad.
Wie danken Publisher und Entwickler eigentlich denen, die ihre Spiele kaufen und spielen? Klar, Bonus-XP an Wochenenden, mal ein paar Free-DLCs und Maps-Packs. Und gerne sprechen die Entwickler der alten Tage in Interviews mal an, dass sie ohne ihre Fans wohl heute keinen Job mehr hätten. Etwas richtig handfestes, das plant gerade EVE-Online-Macher CCP: die wollen ihren Spielern ein Denkmals setzen. Ein echtes! Nahe Reykjavik soll das knapp fünf Meter hohe Ding stehen, das die Namen aller am 1. März 2014 aktiven Spieler-Charaktere tragen soll. Nette Idee – natürlich auch, um schnell wieder einige neue Spieler für EVE zu bekommen.

Ein Team bei Naughty Dog arbeitet gerade an einem neuen Uncharted, das ist bekannt. Doch was macht das Team, das für The Last of Us verantwortlich war, nachdem die Arbeit am DLC Left Behind beendet ist? Angeblich weiss es das Team selbst noch nicht so genau: es werde gerade gebrainstormed, mit Ideen jongliert – darunter Ideen für Sequels und neuen IPs -, sagte der großartige Neil Druckmann zumindest EuroGamer.
We have started brainstorming some stuff. To be honest, some of them are sequel ideas, and some of them are brand new IP - we've spent the last few weeks brainstorming new IP (…) So we have to get some good steps and see (...) Can we tell people a story that's really worth telling, and that's not repeating itself? And if we can't, where can we get inspired - what is something that's really going to challenge us, and push storytelling in this medium forward?
Photographie
Die Sony World Photography Awards 2014 laufen gerade. Rund 140.000 Bilder wurden eingereicht. Darunter etliche furchtbar beeindruckende Aufnahmen. Die Gewinner sollen im März/April ausgelost werden. In Focus hat schonmal einige tolle rausgesucht.

Kilian Schönberger sucht und lichtet für seine Photo-Serie Brothers Grimm Homeland Orte ab, irgendwie auf den Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit wandeln. Viele der Motive könnten glatt aus Herr der Ringe und eben Gebrüder-Grimm-Verfilmungen stammen. Wahnsinn!

Photoequipment kann ungehörig teuer sein. Vor allem Blitz-Krams. Doch lässt sich so einiges davon auch durchaus selbst basteln PopPhoto hat acht nette DIY-Anleitungen.

Im April soll die Produktion für den vierten Jurassic-Park-Film starten: Jurassic World. Bei der Planung gab es einiges Auf und Ab, was den Inhalt und die Gangart des Films betrifft – ich sag nur Dino-Mensch-Hybriden. Doch mittlerweile scheint ein angemessenes Skript gefunden und mit Colin Trevorrow als Regisseur kann's nicht so furchtbar werden – hoffe ich. Zumindest hat er schonmal eine Entscheidung getroffen, die Puristen mehr als gefallen dürfte. Nämlich, dass der gesamte Film auf 35mm und 65mm Kodak-Films aufgenommen wird. Also rein analog mit klassischem Panavision-Equipment.

Sieben Jahre haben die Vorbereitungen für Sochi 2014 gekostet – und fast 50 Milliarden Dollar gekostet. In Focus hat interessante Bilder aus der Bauphase.

Medien
Der ebay-Gründer Pierre Omidyar hatte vor einiger Zeit angekündigt, mit First Look ein eigenes Medienunternehmen an den Start zu bringen – und hatte dafür werbewirksam den Snowden-Leaker Glenn Greenwald eingekauft. Nun ist das erste Projekt von First Look an den Start gegangen: Ein Web-Mag namens The Intercept, das vorerst exklusiv zu und aus den Snowden-Dokumenten berichten wird und eben von Greenwald geleitet wird.

Endlich! Gnade mit dem dem deutschen Fernsehpublikum: der Deutsche Fernsehpreis wird eingestellt. Lächerlich, dumm, schlecht inszeniert und einfach eine groteske schlechte Selbstbeweihräucherung der deutschen Fernsehbranche, das ist's, was diese Veranstaltung war. Zu schade, dass schon quasi ein Ersatz angedroht wird.

Und so
Am 15. Januar 1919 schwappten neun Millionen Liter Melasse als eine neun Meter hohe Welle durch die Bostoner Innenstadt. In dem Sud aus Zuckersirup fanden insgesamt 21 Menschen den Tod, etliche weitere wurden verletzt. Bekannt wurde das Unglück, das durch einen mangelhaft gewarteten Tank ausgelöst wurde, als die Melassekatastrophe von Boston.

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